Brustkrebs, die Geißel der Frau
Bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren ist Brustkrebs (Mammakarzinom) die Todesursache Nummer eins, 53 Frauen sterben in Deutschland täglich an der Krankheit. Bundesweit erkranken jährlich 46.000 Frauen neu.
Viele der Frauen, die an Brustkrebs sterben, sind jünger als 40 Jahre. Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Etwa jede zehnte Frau wird im Laufe ihres Lebens davon betroffen sein.
Brustkrebs stellt in Deutschland mit 40% aller Krebsneuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Nach Angaben des Robert Koch Institutes erkranken jährlich über 55.100 Frauen in Deutschland an einem Mammakarzinom, 23.200 von ihnen sind zum Diagnosezeitpunkt jünger als 60 Jahre. Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem vierten Lebensjahrzehnt mit zunehmendem Alter allmählich an. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwas über 62 Jahren.
In den USA erkranken mehr als sechsmal, in Deutschland fast fünfmal mehr Frauen an Brustkrebs als in Japan. Wenn Japanerinnen in die Vereinigten Staaten auswandern, ändert sich ihr niedriges Brustkrebsrisiko kaum. Das Risiko ihrer Töchter und noch mehr das ihrer Enkelinnen, an Brustkrebs zu erkranken, nähert sich jedoch dem hohen Brustkrebsrisiko amerikanischer Frauen an. In Europa findet man die meisten Brustkrebserkrankungen in den Niederlanden, in Dänemark, Finnland und Schweden. Deutschland nimmt im europäischen Vergleich einen mittleren Rang ein. Die niedrigsten Erkrankungsraten verzeichnen die südeuropäischen Länder Spanien, Griechenland und Portugal.
Eine einfache Erklärung gibt es für diese regionalen Unterschiede nicht. Forscher gehen davon aus, dass dies vor allem am höheren Alter bei der ersten Geburt, an Kinderlosigkeit, an früherer Menarche (Auftreten der ersten Regelblutung) oder späterer Menopause (physiologisches Aufhören der Menstruation) liegt.
In verschiedenen Studien beobachteten die Wissenschaftler auch einen Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten – insbesondere kalorienreiche Ernährung – und hoher Alkoholkonsum.
Früherkennung
Die Vorsorgeuntersuchung der Brust durch einen Arzt ist Bestandteil der gesetzlichen Krebsvorsorge ab dem 30. Lebensjahr. Die Kassen übernehmen die Kosten für die jährliche Brustkrebsvorsorge.
Die Mammographie (eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust) ist der wesentliche Bestandteil der Früherkennung und Grundlage des bevölkerungsbezogenen Brustkrebs-Screening.
Die Mammographie ist die wichtigste Untersuchung, die zur Abklärung einer fraglichen Veränderung der Brust eingesetzt wird. Ergänzend zur Mammographie kann eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Die endgültige Diagnose lässt sich allerdings nicht durch diese bildgebenden Verfahren stellen. Dies ist nur durch die Untersuchung von Gewebeproben (Biopsie) aus den verdächtigen Bezirken möglich.
Auch die Aggressivität des Tumors oder Hormon-Bindungsstellen können im Biopsiematerial untersucht werden. Beides hat Einfluss auf die Therapie. Zudem wird die Gewebeprobe auf die so genannten HER2(human epidermal growth receptor 2)-Rezeptoren - Bindungsstellen für Wachstumsfaktoren - untersucht.
Je mehr solcher HER2-Rezeptoren eine Brustzelle produziert, desto mehr Wachstumssignale bekommt sie. Sie teilt sich immer wieder, der Tumor wächst.
Bei etwa 25 - 30 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs kann man ein vermehrtes Vorkommen von HER2 auf den Brustkrebszellen feststellen. Es hat sich gezeigt, dass das vermehrte Vorhandensein von HER2-Rezeptoren oft mit einem ungünstigeren, aggressiveren Verlauf einhergeht. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, die HER2-Rezeptoren mit einem Antikörper zu blockieren und damit den Wachstumsreiz zu nehmen.